Endlich Urlaub – Malaysia

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Vor zwei inzwischen fast drei Wochen stand das Islamische Opferfest und mit ihm drei Feiertage vor der Tür. In Kombination mit ein paar Brückentagen hat sich damit die Gelegenheit ergeben, zusammen mit Andrea und Rebecca, die mich im Juli hier in Dubai besucht haben, Malaysia unsicher zu machen. In einer Woche habe ich nicht nur Strand und Stadt gesehen (denn das hab ich hier ja auch) sondern auch jede Menge grüne Landschaften.

Langkawi

Angefangen hat mein Urlaub damit, dass ich einen ganzen Tag lang die Sonne nur durch Fensterscheiben gesehen habe. Die garstige Zeitverschiebung und ein wenig Verspätung meines Fliegers haben dafür gesorgt, dass es schon wieder dunkel war, als ich auf Langkawi endlich an die frische Luft durfte. Langkawi ist der Hort der Sünde eine duty-free Insel im Nordwesten des muslimischen Malaysia und ein beliebtes Urlaubsziel, auch für Familien aus dem Nahen Osten. Aufgrund der vorgerückten Stunde blieb dann eigentlich auch gar nicht mehr übrig als mit Andi, Ecki und der Raupe Nimmersatt Ina hervorragend indisch Essen zu gehen und den Abend mit ein paar Bieren zu beschließen. Das Programm für den nächsten Tag bestand im Wesentlichen aus gepflegtem Nichts-Tun. Am Strand konnte ich beobachten, dass es hier für Frauen wesentlich üblicher ist, einfach vollkommen bekleidet ins Wasser zu gehen. Das habe ich in Dubai noch nicht sehr häufig gesehen.

Außerdem hat Andrea mich erfolgreich davon überzeugt, dass wir am Mittwoch unbedingt eine vierstündige Jet-Ski-Tour machen müssen. Und das war eine hervorragende Idee! So ein Jet-Ski ist schon ein schönes Spielzeug auch wenn ich am Anfang ein wenig mit den Wellen kämpfen musste. Tatsächlich hat der Tipp unseres Tourführers – „fahr einfach schneller“ – dann aber sehr gut funktioniert und schon bald konnten wir mit 60 km/h über das Wasser gleiten. Der Ausflug hat uns auch zum „Lake of the pregnant maiden“ geführt. Dabei handelt es sich um einen Süßwassersee auf einer Insel, die neben jeder Menge Affen auch eine Bergkette besitzt, die wie eine liegende, schwangere Frau aussieht. Der Legende nach ist es für die weibliche Fruchtbarkeit äußert förderlich, einen Schluck des Wassers des Sees zu trinken. Nachdem Andrea dort ihre Trinkflasche aufgefüllt und im Laufe des Tages auch ausgetrunken hat, ist sie jetzt bestimmt so super-fruchtbar, dass sie auch ohne Mann schwanger werden kann.

Cameron Highlands

Am nächsten morgen mussten wir relativ zeitig raus, um uns auf den Weg in die Cameron Highlands zu machen. Nach einer Fahrt, die nicht nur ein Taxi, eine Fähre und zwei Busse sondern auch ein kleines Drama und viele Kurven beinhaltete, sind wir spät abends in Tanah Rata angekommen, wo unsere Reisegruppe durch Robert, einen Freund von Ecki, vergrößert wurde. Wieder einmal war die Zeit bereits soweit fortgeschritten, dass außer – diesmal weniger hervorragend – indisch essen gehen, nicht mehr viel passiert ist. Wir konnten allerdings noch das hosteleigene Lagerfeuer genießen, denn auf 1500 m Höhe ist es abends schon wunderbar frisch. Weil wir ja aber nicht jeden Tag nichts tun können, ging es am Freitag zum Wandern. Der etwa 4 km lange Weg auf den Gipfel begann relativ entspannt, entwickelte sich gegen Ende allerdings in eine matschige Kletterpartie. Wir wurden gewarnt, dass die letzten 500 m der Route 1 die schlimmsten seien und können das jetzt bestätigen. Der Ausblick auf die – leider teilweise wolkenverhangene – grüne Landschaft hat dann aber doch mehr als entschädigt. Wobei das bei mir natürlich besonders einfach war, denn da ich nun monatelang nur Wüste und Stadt gesehen habe, kann mich so ein grüner Berg leicht zufriedenstellen. Auf dem Weg nach unten sind wir dann an schier endlosen Teeplantagen und einer Erdbeerfarm vorbeigekommen. Ina und Robert haben sich hingebungsvoll geopfert und sich vom Aufseher witzig fotografieren lassen, sodass der Rest von uns nicht nur ins Körbchen sondern auch in den Mund pflücken konnte.

Noch am Freitagabend war es wieder einmal Andreas Verhandlungsgeschick, das uns eine Aktivität am Samstag gesichert hat – nämlich Wildwasserrafting. Früh am Morgen ging es zunächst mit viel Geschunkel ins Tal und dort dann zu dem reißenden Fluss, der uns gut unterhalten sollte. Nach einer kurzen Einführung (wie paddelt man vorwärts, wie rückwärts, was ist bum-bum) mussten wir noch etwas warten. Dabei konnten wir beobachten, wie die einheimischen Jugendlichen, die Teil unserer Gruppe waren, mit dem Boot, dem Wasser und den Anweisungen der Guides kämpften. Bald darauf ging die Fahrt los, es war fürchterlich witzig und trotz mancher Stromschnelle ist niemand aus dem Boot gefallen (oder nur ein Bisschen und nur ganz kurz), wir sind fast nicht aufgelaufen und überhaupt nicht gekentert. Das muss daran gelegen haben, dass Teile der Besatzung unseres Bootes schonmal im Spreewald paddeln waren. Dadurch hatten wir zwischendrin dann auch reichlich Zeit, den anderen Booten beim Auflaufen und Kentern zuzusehen. Auf dem Weg zurück zum Hostel haben wir auf einem Nachtmarkt im Nachbardorf angehalten und dort noch mehr Erdbeeren (mit Schoko-Mantel!) und allerlei andere Dinge gegessen.

Kuala Lumpur

Zu guter Letzt ging es auch noch in die Malayische Hauptstadt, die ich persönlich ja gar nicht so schön finde, wie es Andrea tut. Der Mix aus alten und neuen Häusern verliert wesentlich an Charme, wenn man sich die alten Häuser mal genauer ansieht – die sind nämlich fast alle ziemlich ungepflegt. Lediglich die Gebäude um den berühmten Cricket-Platz gleich neben dem hohen Fahnenmast fand ich ganz ansprechend. Unser Hostel, das Reggae Mansion, hat mir allerdings auch ganz gut gefallen und allein für die großzügige Ausstattung mit Steckdosen (eine pro Bett) hat es jede Menge Bonuspunkte verdient. Die Dachterasse – mit leicht verspätetem Oktoberfest und damit deutschem Bier – war auch äußerst schick.

Ursprünglich war der Besuch der Petronas Twin Towers für Montag geplant, denn wir wollten ja hoch und um hoch zu kommen muss man sich früh morgens für Eintrittskarten anstellen (Vorbestellungen gibt es nicht). Dieser Plan ist jedoch daran gescheitert, dass die Besucherplattform montags geschlossen ist. Also sind wir noch am Sonntagabend hingefahren, um sie uns wenigstens von unten anzusehen und die angeschlossenen Wasserspiele zu bestaunen. Durch die Nichtverfügbarkeit von hilfreichen Informationen über besagte Wasserspiele, haben wir leider zunächst am falschen Springbrunnen gewartet. Erst Robert hat die Sache aufgeklärt, allerdings ein paar Minuten zu spät, sodass wir bis zur nächsten Vorführung vor allem eines bewundern konnten: die Ausdauer mit der asiatische Mädchen Fotos von sich selbst und ihren Freundinnen machen können.

Nachdem Andi, Ecki und Robert am Montag direkt nach dem Auschecken in Richtung Singapur aufgebrochen sind, hatte ich noch ein paar Stunden allein in KL, denn mein Flieger ging erst um 11 Uhr abends. Da mir der grüne Teil des Landes wesentlich besser gefallen hat als die Hauptstadt, habe ich dem KL Bird Park noch einen Besuch abgestattet. Zu meiner großen Enttäuschung, darf nur ein kleiner Teil der Vögel dort frei herumfliegen, während die meisten Arten doch weiter in Käfigen eingesperrt sind. Vermutlich ist das notwendig, aber schön ist es nicht und kommuniziert wird es nach außen auch anders. Allerlei schöne, bunte Vögel und jede Menge grüne Pflanzen hatten sie dort allerdings.

Damit ging der Urlaub dann auch praktisch zu Ende. Ein letztes Highlight war die Möglichkeit, sein Gepäck schon am Bahnhof aufzugeben und dann entspannt zum Flughafen zu reisen. Eine letzte Enttäuschung war die Unmöglichkeit, Briefmarken am Flughafen aufzutreiben. Andrea und Rebecca wiederzusehen und Berichte ihrer Reise zu hören war großartig und auch Ina und Robert waren sehr angenehme Mitreisende. Insgesamt war es eine sehr schöne Woche, die ruhig auch noch ein paar Tage länger hätte sein dürfen.

Noch ein paar Fotos gibt es hier.


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