Transportmittel in Dubai

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Nachdem ich jetzt einige Wochen in Dubai verbracht habe, kann ich sagen, dass Autofahren hier noch viel nerviger ist als zu Hause. In der Nähe meiner Wohnung sind Parkplätze knapp, am Arbeitsplatz sind Parkplätze knapp und immer wenn ich mich ins Auto setze, wollen auch gerade alle anderen irgendwo hin. Nach einer kurzen Testphase habe ich mich also entschlossen, meinen Mietwagen demnächst wieder abzugeben und zukünftig auf Metro, Bus und Taxi zu setzen. Doch auch das ist nicht so einfacht.

Taxi

Taxifahren ist hier ziemlich günstig (1,60 AED, etwa 0,35 € je km). Nachdem ich meine neue Unterkunft bezogen hatte, war der Plan zunächst, einfach jeden Tag ein Taxi zur Arbeit zu nehmen. Das wären dann etwa 600 AED im Monat gewesen und damit etwa ein Drittel der Miete für das Auto. Allerdings bin ich natürlich nicht der einzige, der in der Morgenstunde versucht, mit dem Taxi zur Arbeit zu kommen, daher sind diese Transportmittel im Allgemeinen eher knapp. Außerdem haben die meisten Taxifahrer hier schlicht und ergreifend keine Ahnung und kennen nur einige markante Punkte. Das ist aber auch nicht verwunderliche, immerhin sind die Straßennamen hier nicht flächendeckend verteilt (englisch). Wenn man irgendwo hin möchte, sollte man schon selbst wissen, wo genau das ist. Zumindest was den Weg zur Arbeit angeht, wäre das aber kein Problem.

Metro

Die Metro ist hier ein kleines Prestigeprojekt, allerdings aus Usability-Gesichtspunkten verbesserungswürdig. Die Züge fahren nicht übermäßig schnell und lassen sich vor allem an den Haltestellen ziemlich viel Zeit, sodass eine Reise durch die Stadt schon mal etwas länger dauern kann. Außerdem gibt es nur zwei Linien, daher ist man fast immer noch zusätzlich auf Bus oder Taxi angewiesen. Besonders ärgerlich ist allerdings, dass man an manchen Stationen eine ziemliche Strecke zwischen Eingang und Bahnsteig zu Fuß zurücklegen muss und dabei nicht darüber informiert wird, wann die nächsten Bahnen kommen. Wochentags ist um Mitternacht Betriebsschluss, was die Nützlichkeit der ganzen Einrichtung auch etwas einschränkt. Zusammen mit der Tatsache, dass grundsätzlich mehr Menschen als Plätze im Zug sind, hat sich bei mir eine gewisse Abneigung eingestellt. Allerdings muss ich zugeben, dass man aus der Metro einen ganz schicken Ausblick auf die Stadt hat und sie gerade für lange Strecken einmal quer durch die Stadt eine günstige Möglichkeit darstellt. Außerdem gibt es coole Nol-Cards die das Bezahlen massiv vereinfachen.

Bus

Das Transportmittel meiner Wahl zum Pendeln ist momentan der Bus. Zur bzw. von der Haltestelle sind es jeweils weniger als fünf Minuten zu Fuß und die Fahrt dauert auch nicht viel länger. Das größte Problem ist, dass die Busse hier keine festen Abfahrtszeiten haben. An den Haltestellen ist einfach nur die Frequenz der jeweiligen Linie angegeben. Das führt dazu, dass man auch mal etwas länger warten muss – aber da ich das jetzt ja weiß und etwas zu lesen mitnehme, ist das kein großes Problem. Außerdem muss man – wie beim Taxifahren – wissen, wo man hin möchte. Haltestellen werden in den Bussen (im Gegensatz zur Metro) generell nicht angesagt und nur manchmal angezeigt – falls doch mal etwas angezeigt wird, heißt es allerdings noch lange nicht, dass es auch stimmt. Die Nol-Cards kann man auch in Bussen einsetzen.

Auto

Wer jetzt meint, dass ich vielleicht doch lieber beim Auto bleiben sollte, der kann ja gerne mal rüber kommen. Chronischer Parkplatzmangel sorgt dafür, dass ich durchschnittlich genauso weit zum Auto laufe, wie zur Bushaltestelle. Baustellen und überfüllte Straßen stellen dann sicher, dass ich auch mindestens genauso lange irgendwo rumstehe, wie an der Bushaltestelle. Dazu kommt die Zeit für die Parkplatzsuche. Während der ganzen Fahrt kann ich nicht viel mehr machen als Radio zu hören und auf die Straße zu achten. Dazu kommt, dass der Mietwagen die teuerste Alternative ist und ich wirklich viel Taxi fahren kann, bevor das Kosten-Nutzen-Verhältnis umschlägt. Außerdem ist der Sprit hier teurer als sonst irgendwo in der Region – immerhin 1,78 AED (~ 0,37 €) für den Liter Super :) Nur für wirklich lange Strecken ist es eine ganz nette Alternative.


5 thoughts on “Transportmittel in Dubai

  1. Wie waere es mit dem ebike? ;)

    Klingt fast so als hätten sie das Verkehrskonzept von Dublin kopiert.
    Der Bus fährt irgendwann, irgendwie, irgendwohin, zu einem variierenden Preis ( der Busfahrer legt diesen nach Gefühl fest, je mehr Kleingeld um so guenstiger) oder halt gar nicht, weil der Bus wieder ausgefallen ist.
    Wie man am besten von a nach b kommt ging nur per inoffizieller webseite(hittheroad.ie) von ein paar netten programmierern.

    Die Strassenbahn ist modern, teuer und zuverlaessig aber umsteigen ist mangels Anschluss nicht drin.

    Nur dass es in Dublin aufgrund zu vieler Taxis regelmäßig Taxijams gibt.

    • Hier steig ich sicher nicht aufs Fahrrad. Es gibt praktisch keine Radwege und auf der Straße fahren hier nur ganz Mutige – die machen das dafür oft auch ohne Licht und auf der Spur für den Gegenverkehr.

  2. Pingback: Soviel zum Thema Busfahren | marrai

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