Kamele, die um die Wette rennen

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Montagmorgen ging es für mich wieder einmal in die Wüste, diesmal jedoch nicht zum Grillen, sondern um lebende Tiere zu sehen. Momentan ist es hier noch kühl genug, dass es Kamelrennen gibt und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Dafür hieß es allerdings früh aufstehen, denn die Rennen beginnen gegen 7 Uhr morgens und bis zur Rennbahn ist es eine knappe Stunde Fahrt. Einen ersten Versuch hatte ich bereits am Freitag gestartet, im Internet hieß es schließlich 17. bis 28. Februar. Allerdings können die Informationen der lokalen Webseiten allerhöchstens als Richtlinie gelten (mehr dazu in einem separaten Beitrag). Jedenfalls hat man mir dann vor Ort erklärt, dass am Freitag (Wochenende) selbstverständlich keine Rennen wären. Völlig klar, am Wochenende, wenn die arbeitende Bevölkerung Zeit hätte so ein Camel Racing Festival zu besuchen, findet das nicht statt. So konnte ich nur ein wenig dem Training zuschauen, was allerdings nicht so richtig befriedigend war.

Montag ging es also abermals in der Früh in Richtung Wüste und abermals war die Tribüne irgendwie leer und es sah überhaupt nicht nach Rennen aus. Kurz bevor ich anfangen konnte laut loszuschimpfen wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich schlicht an der falschen Rennstrecke sei und einfach noch ein paar Meter weiter fahren müsse. Das war wirklich gut zu wissen und hätte am Freitag wahrscheinlich auch geholfen – wenn man es mir denn gesagt hätte.

Ich hatte den Eindruck, dass ich der einzige war, der nur zum Zuschauen gekommen ist. Alle anderen schienen entweder Kamelbesitzer, Helfer oder Sicherheitskräfte zu sein. Obwohl (oder gerade weil) ich meiner Bürokleidung auch klar als Besucher zu erkennen war, durfte ich ganz nah ran ans Geschehen und musste nicht auf der Tribüne bleiben. Es wurde mir auch Tee gereicht und Fragen beantwortet, sodass ich immerhin den groben Ablauf verstanden habe:

  • Die Distanz beträgt 6 km, man kann allerdings nur Start und Ziel einsehen. Für die Strecke zwischendrin muss man entweder Kamelbesitzer sein, sodass man mit dem Auto nebenher fahren kann oder sich mit dem übertragenen Video abfinden.
  • Am Montag stand das Finale über diese Strecke an, dem Gewinner winkte ein Auto. Angeblich war am Freitag das Finale über 10 km und der Gewinner hat 1 Mio. AED (~ 200 k€), ein goldenes Messer und ein G55 (wahrscheinlich auch ein Auto (englisch)) bekommen.
  • Insgesamt – was auch immer genau das heißt – nahmen an diesen Rennen 150 Kamele teil. Im Finale musste jedes Kamel sieben mal ran, das Auswerteverfahren ist mir nicht bekannt.
  • Es gibt wohl Rennen, in denen bis zu 100 Kamele gleichzeitig starten, Montag waren es eher 20 bis 30 je Rennen.

Für die gesamte Strecke benötigen die Kamele etwa 9 Minuten, die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt also immerhin 40 km/h. Wikipedia sagt, ich nur faule Tiere zu sehen bekommen habe, denn schnelle Exemplare laufen wohl bis zu 64 km/h. Um die Motivation etwas zu erhöhen, haben sie kleine Roboter auf den Rücken gebunden, die sie mit einer Gerte antreiben. Jockeys werden nicht eingesetzt, denn so ein ausgewachsener Mensch bringt zuviel Gewicht mit sich und Kinder sind seit einiger Zeit verboten. Ebenfalls zur Motivation fahren die Besitzer der Kamele neben der Rennstrecke her und hupen wie wild, um ihre Tiere anzufeuern. Das kann man im Video auch schön hören.

Fotos habe ich auch gemacht, die gibt es hier.


5 thoughts on “Kamele, die um die Wette rennen

    • Es gibt auch eine Tribüne, auf der war allerdings nicht viel los. Von dort kann man aber eben nur Start und Ziel einsehen – die Fernseher sind auch eher klein. Ich weiß nicht, wie es bei den Rennen am Nachmittag war, evtl. ist dann mehr los und die Tribüne gut gefüllt.

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