Kochrezepte im Internet

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Christoph Kappes kotzt sich auf Google+ über die Qualität von Kochrezepten im Internet aus:

Ich bin nicht nur Internetfuzzy, sondern auch Hobbykoch, und die Rezeptqualität von Kochcommunities ist für mich ein schönes Beispiel für zweierlei: erstens für die mitunter schlechte Qualität von Crowdcontent – WTF soll ich mit drei Dutzend Rezepten, wenn es zwei gute in zwei Varianten tun? – und ein Beispiel für konzeptionellen Stillstand – WoTF sind Möglichkeiten, Fehler zu korrigieren und so weiter.

Mir ist das auch schon aufgefallen und mir ist einfach nicht klar, warum das so ist. Im Prinzip sind alle Rezepte gleich aufgebaut. Auf einer endlichen Menge von Zutaten wird eine endliche Menge von Operationen ausgeführt. Dazu kommen noch ein paar Eigenschaften – z.B. die Menge der Zutat, die Temperatur des Ofens oder eben die Garzeit – aber im Großen und Ganzen kann man das alles mit Hilfe strukturierter Daten prima in vorgefertigte Modelle pressen und mit diesen Modellen dann super coole Sachen machen.

Möglichkeiten

Rezepte nach verschiedenen Faktoren bewerten

Zutaten können verschiedenste Eigenschaften zugeordnet werden: Saison, Regionen, vegetarisch, wodurch ersetzbar, Allergen, etc. und die Rezeptsuche kann all dies berücksichtigen und am Ende eine individuelle Bewertung für jedes Rezept ausspucken. So etwas in der Art gibt es schon auf chefkoch.de und kuechengoetter.de – allerdings ist das auf Zutaten beschränkt und mMn massiv ausbaufähig.

Alternative Zutaten

Praktisch jede Zutat ist ersetzbar – außer Grünkernschrot vielleicht. Eine Eigenschaft einer Zutat kann entsprechend sein, wodurch sie ersetzt werden kann. Das ist praktisch, wenn ich Reste verwerten möchte – bietet aber auch noch einen viel größeren Möglichkeiten. Rezepte können – innerhalb gewisser Grenzen – automatisch „veganisiert“ oder von Allergenen befreit werden. Bei der Rezepterstellung können einzelne Zutaten auch als weniger wichtig markiert werden und damit weniger stark gewichtet in die Bewertung einfließen.

Anleitungen automatisiert übersetzen

Die begrenzte Anzahl von Dingen, die man (sinnvoll) mit Zutaten anstellen kann, macht es einfach, Rezepte mit wenig Aufwand in allerlei Sprachen zu übersetzen. Jede mögliche Operation muss pro Sprache nur einmal angefasst werden und schon können alle Rezepte, in denen diese Operation vorkommt, davon profitieren.

Variantenbildung

Zu gefühlt jedem Rezept auf chefkoch.de gibt es mindestens einen Änderungsvorschlag, der aber im Kommentarbereich bleibt und nicht in das eigentliche Rezept eingepflegt wird. Auf strukturierten Daten ist es praktisch auf Knopfdruck möglich, diese Änderungen mit dem ursprünglichen Rezept zu verschmelzen.

Voraussetzung

Weil es das heute aber alles noch nicht so richtig gibt, stellt sich die Frage, warum das so ist? Der Hauptgrund ist wohl, dass man Rezepte überall im Freitext eingibt und damit wenig übrig bleibt, was von Maschinen sinnvoll verarbeitet werden kann. Das halte ich für einen großen Fehler, denn mir fällt neben Rezepten wenig ein, das man so gut strukturieren kann – und genau das ist die Voraussetzung für alle die schönen Dinge, die ich oben aufgezählt habe: strukturierte Daten.

Lösung

Doch es gibt natürlich eine Lösung: Man muss die Daten „einfach nur“ strukturieren. Oder zumindest eine Möglichkeit zur einfachen Eingabe von strukturierten Daten schaffen – und die Nutzer dann auch zwingen, nur aus dem vorgegebenen Pool von Zutaten und Operationen zu wählen.

Genau das ist jetzt auch mein Plan – nämlich das Rezepte-Internet zu reparieren eben jene Möglichkeit zu schaffen. Wobei „jetzt“ nicht ganz korrekt ist. Erst wird die Diplomarbeit geschrieben, dann der Whisky-Kater vertrieben und dann geht’s los. Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen.


One thought on “Kochrezepte im Internet

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