Gelesen und für gut befunden – Der Junge, der Träume schenkte

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Der letzte Lesebericht war hier vor etwa zwei Monaten zu finden. Seit dem habe ich auch an einem einzigen Buch gelesen: Luca Di Fulvio’s „Der Junge, der Träume schenkte“ (Verlagsseite, bei Amazon) ist schlappe 780 Seiten lang und hat mich also etwas in Anspruch genommen. Mein Hauptkritikpunkt am Buch ist dann auch, dass es meiner Meinung nach zu lang geraten ist. Die Geschichte erzählt aus den Leben von Christmas, Ruth und Bill – drei Charaktere, deren Leben durch ein Ereignis eng verbunden sind und doch getrennt verlaufen. Ruth wird mit 13 Jahren von Bill, dem Gärtner der Familie, vergewaltigt und anschließend von Christmas gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Bill flieht aus der Stadt und auch Ruths Familie verlässt – wenn auch später – New York, wodurch die große Liebe zwischen Christmas und Ruth verhindert wird.

Die drei Leben und „Karrieren“ entwickeln sich sehr unterschiedlich und doch sind alle drei von dem Geschehen in New York beeinflusst. Was mich etwas gestört hat, ist, dass sich alle Schwierigkeiten, die irgendwie im Leben der Charaktere auftauchen, wie von Wunderhand verschwinden und sich in Wohlgefallen auflösen. Auch für alle Nebenrollen geht es im Leben im Wesentlich aufwärts – man nennt das wohl den „American Dream“. So kommt dann auch das Happy End nicht unerwartet. Ruths Trauma, das das wesentliche Hindernis für eben jedes glückliche Ende darstellt, wird immerhin in einer Art und Weise aufgelöst, die nicht völlig konstruiert erscheint.

Gut gefallen haben mir hingegen die Beschreibungen des Lebens in New York am Anfang des letzten Jahrhunderts – es finden sich zwar viele Stereotype wieder, im Gegensatz zur Nomadenseele kann ich damit aber ganz gut leben, weil ich sie für auf diese Zeit zutreffend halte. Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass an verschiedenen Stellen Gewalt relativ detailliert beschrieben ist. Das trifft insbesondere auf die Vergewaltigungen zu. Ich finde das nicht weiter schlimm, aber es ist aus dem Titel nicht direkt zu erkennen – falls man sich daran stört, sollte man die Finger vom Buch lassen.

Insgesamt ist das Buch ganz nett, bisweilen allerdings etwa langatmig.


2 thoughts on “Gelesen und für gut befunden – Der Junge, der Träume schenkte

  1. Pingback: marrai » Read and deemed disturbing – Escape from Camp 14

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