Der enttäuschende Zustand „personalisierter“ Werbung

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Facebook vermarktet jetzt einen Teil des Werbeplatzes auf Zynga.com – ähnlich wie Google will es damit seine Reichweite und entsprechend die Werbeeinnahmen erhöhen. Die Konzepte, nach denen die Anzeigen ausgewählt werden, unterscheiden sich jedoch zwischen den beiden Unternehmen. Während Google sich hauptsächlich am Inhalt der Seite bzw. den Stichworten der durchgeführten Suche orientiert, nutzt Facebook seine Erkenntnisse über den aktuell eingeloggten Nutzer. Nachdem ich über diese Entwicklung gelesen habe, wollte ich herausfinden, wie es um die Qualität der Anzeigen bestellt ist. Hier ist das Ergebnis:

Facebook-Werbung zu Sim City SocialErstes wunderbares Beispiel: Sim City Social. Facebook nutzt die vorhandenen Daten noch nicht sehr effizient. Ich wurde von Facebook-Freunden zum Spiel eingeladen und habe die Anwendung daraufhin blockiert. So wie praktisch jedes andere Spiel, das irgendwann mal meinen FB-Weg gekreuzt hat auch. Eine (oder auch hunderte) Anzeige(n) werden daran nichts ändern.

Facebook-Anzeige zu BMW

Die BMW-Anzeige zeigt hingegen deutlich, dass Facebook keine Ahnung hat. Es gibt wenig, das mich weniger interessiert als Autos. Schon gar nicht habe ich vor, bei einem der großen Autobauer anzuheuern.

Facebook-Werbung zu Linux Jobs

Auch diese Anzeige ist eher geraten. Nur weil mein Laptop mit Ubuntu läuft, heißt das nicht, dass ich mich befähigt sehe, professionell irgendwelche Arbeiten im Bereich Linux / Open Source durchzuführen. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau.

Facebook-Anzeige für Kamagra

Nein, wirklich nicht. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Werbung zulässig ist und hab sie deswegen mal verstümmelt.

Facebook-Werbung für Dating-Seiten 1Facebook-Werbung für Dating-Seiten 2Facebook-Werbung für Dating-Seiten 3

Passt ja auch irgendwie zum Thema, spricht mich trotzdem nicht so richtig an. Die Personalisierung ist auch eher einfacher Natur und von zwei Merkmalen abgeleitet. Mal ganz davon abgesehen, dass die Bilder aussehen, als würden sie von Seiten kommen, über die man nicht öffentlich spricht.

Facebook-Werbung für MintFacebook-Werbung für Aktienkauf

Was das soll, verstehe ich überhaupt nicht.

Facebook-Werbung für VDSL bei der Telekom

Ok, diese Werbung könnte mich ansprechen. Allerdings sind die Chancen verschwindend klein, dass VDSL in Saalfeld oder Ossak verfügbar ist. Die Verfügbarkeitsprüfung war leider nicht bereit „Saalfeld/Saale“ als Ort zu akzeptieren, sodass ich keine genaue Auskunft geben kann.

Facebook-Werbung für VodafoneFacebook-Werbung für das Galaxy S3Facebook-Werbung für fonicFacebook-Werbung für CongstarFacebook-Werbung für 1und1

Diese Anzeigen kann ich zumindest nachvollziehen. Sie zeigen aber auch die Grenzen personalisierter Werbung. Meine demografischen Eigenschaften klassifizieren mich wahrscheinlich als Zielgruppe. Allerdings habe ich gar kein Interesse daran, den Handyanbieter zu wechseln – das habe ich nämlich letztens erst gemacht. Auf fyve bin ich damals auch nicht über Anzeigen gestoßen, sondern über eine gezielte Suche nach einem Anbieter, der meine Kriterien erfüllt.

Die verbleibenden Anzeigen hatten entweder den gleichen Inhalt oder waren mit Anzeigen des letztens Typs vergleichbar – also basierend auf einer grobe Einordnung aufgrund meiner demografischen Merkmale. Insgesamt finde ich die Anzeigen auf Facebook deutlich schlechter und unpassender als Google-Anzeigen, sodass ich den AdBlocker wohl wieder einschalten werde.


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