Martin und die alten Medien – heute: Das Fernsehen

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Heute gibt es den zweiten Teil meiner (vermutlich) vierteiligen Serie wider die alten Medien und diesmal geht es um das Fernsehen. Wie auch beim Telefon stört mich weniger die Art der angebotenen Inhalte (also Bewegtbild mit Ton), sondern vielmehr die Rahmenbedingungen. Diesmal wird die Liste der positiven Eigenschaften jedoch wesentlich kürzer ausfallen.

Was mich stört

Fehlende Inhalte

Meine Kritik an den den verfügbaren Inhalten – bzw. dem Mangel an eben jenen – findet auf zwei Ebenen statt. Zum einen stört mich, dass viele Filme und Serien nicht in der Originalsprache ausgestrahlt werden. Nicht erst seitdem ich ein Semester in Dänemark verbracht habe – wo die meisten ausländischen Produktionen nur untertitelt werden – bevorzuge ich es, US-Serien in Englisch zu schauen. Viele Witze und Wortspiele sind schlicht nicht zu übersetzen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch deutsche Inhalte. Die sind zu einem Großteil allerdings irgendwo im Bereich zwischen „langweilig“ und „abstoßend / menschenverachtend“ einzuordnen sind. Nun bin ich mir im Klaren darüber, dass es durchaus qualitativ hochwertige Inhalte gibt – insbesondere auf den öffentlich-rechtlichen Sendern -, aber damit kommen wir auch schon zum zweiten Problem.

Fester Sendeplan

Das Prinzip Fernsehen baut darauf auf, dass jede Sendung zu einer bestimmten Zeit kommt – nicht früher und (abgesehen von Wiederholungen) auch nicht später. Nachdem ich jahrelang einen Großteil meiner Unterhaltung im Internet gefunden habe, wo diese Einschränkungen nicht gelten, empfinde ich den festen Zeitplan als störend. Ich weiß, dass man dieses Problem mithilfe von Festplattenrecordern entschärfen kann – aber das ist dann eben wieder nur eine Hilfskonstruktion, die das eigentliche Problem nicht löst.

Werbung

Mich stört Werbung nicht generell, aber Fernsehwerbung hat für mich zwei Nachteile. Zum einen unterbricht sie den eigentlichen Inhalt – zumindest im Privatfernsehen. Außerdem ist die Fernsehwerbung zwangsläufig nicht personalisiert und allerhöchstens grob auf eine gewisse Zielgruppe ausgerichtet. Sobald Werbung allerdings gut personalisiert ist, kann sie eine nützliche Information darstellen und ist damit automatisch weniger nervig.

Pegelunterschiede

Dieses Problem gehört eigentlich auch zum Punkt „Werbung“ – ich finde es aber ausreichend schlimm um es extra zu nennen. Werbung ist oft wesentlich lauter, als der Inhalt, den ich eigentlich sehen will. Je nach Sender führt dies zu einem kleinen Schreck oder aber einem halben Herzinfarkt.

Zuschauer sind keine Kunden

An dieser Stelle wird auch deutlich, dass die eigentlichen Kunden der Fernsehsender die Werbetreibenden und nicht die Zuschauer sind. Letztere sind nur dazu da, durch ihre Aufmerksamkeit die hohe Werbepreise zu rechtfertigen – dem Zuschauer wird als nur soviel geboten, dass er nicht Um- oder gar Abschaltet. Aus Sicht der Sender ist das natürlich nachvollziehbar, allerdings gefällt mir das nicht.

Fernsehen fesselt mich

Wenn irgendwo in meiner Nähe ein Fernseher läuft, fällt es mir schwer, nicht hinzusehen – das gilt auch, wenn es eigentlich viel spannendere Dinge um mich herum gibt. Besonders fällt mir dieses Problem auf, wenn eine Sendung, die ich bewusst geschaut habe, zu Ende ist. Dann werde ich durch die Kanäle zappen und feststellen, dass es keine weiteren sehenswerten Inhalte gibt. Das wird aber nicht dazu führen, dass ich das Gerät ausschalte, sondern einfach nochmal durch alle Kanäle schalte. Ich muss mich wirklich aufraffen und zusammenreißen, den Fernseher dann auszuschalten. Das sind Probleme, die ich beim Lesen, Musik Hören oder im Internet Surfen nur begrenzt kenne.

Was mir gefällt

Wie gesagt – diese Liste wird kurz. Es ist im Wesentlichen nur der Punkt, dass überhaupt spannende Inhalte produziert werden, die ich später auf DVD oder im Internet konsumieren kann.

Alternativen

Diese Liste wird leider auch nicht ganz so interessant, wie beim Telefon – denn es gibt viel zu wenig Möglichkeiten, Medieninhalte legal zu konsumieren. In den USA ärgert man sich völlig zu Recht darüber, dass die Serie „Game of Thrones“ auf keinem der vielen Onlineangebote verfügbar ist. Bei uns hingegen sind nicht einmal diese Onlineangebote verfügbar. Aber es ist nicht alles verloren.

DVD / Blu-Ray

Fast alle interessanten Serien und Filme erscheinen früher oder später auch auf DVD. Darauf ist oft auch die Originaltonspur enthalten. Allerdings gehen ein paar Monate ins Land, bevor DVDs bei uns erscheinen. Importe sind aufgrund des Regionalcodes zumindest erschwert.

Mediatheken

Die meisten Fernsehsender bieten inzwischen eine Mediathek an, in der man die ausgestrahlten Inhalte online ansehen kann. Oft nur innerhalb einer gewissen Zeitspanne, aber das ist immer noch besser als nichts. Warum allerdings die öffentlich-rechtlichen Sender per Rundfunkstaatsvertrag genötigt werden, gebührenfinanzierte Inhalte nach einer Woche zu depublizieren, erschließt sich mir nicht.

Online-Videotheken

Angebote wie Lovefilm, Xbox Live oder Itunes bietet teilweise Filme und Serien als Stream an. Allerdings sind die Preise meiner Meinung nach oft überzogen und das Angebot ist generell eher dünn, daher sind dieses Dienste für mich vorerst keine echte Alternative.

Schlussfolgerung

Fernsehen ist kaputt (englisch) und es gibt wenig, was man dagegen tun kann. Aber das ist nicht schlimm, es gibt ja auch andere Formen der Unterhaltung.


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